Stresemann hatte auch das Prinzip der zukünftigen Revision der Versailles-Siedlung für die deutsche Nation im « offenen Grenzansatz » in Osteuropa etabliert. Er unterhielt auch weiterhin gute Beziehungen zur Sowjetunion und unterzeichnete 1926 den Vertrag von Berlin. Dieses sowjetisch-deutsche Abkommen erneuerte den Vertrag von Rapallo, den sie bereits 1922 unterzeichnet hatten. Neben der Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gab dieser Vertrag Deutschland die Möglichkeit, heimlich seine Streitkräfte auf sowjetischem Territorium aufzubauen, so dass die Alliierten nicht von diesem Bruch des Versailler Vertrages erfahren konnten. Dazu gehörte auch die Ausbildung deutscher Piloten auf einem sowjetischen Luftwaffenstützpunkt. Wilson brachte Top-Intellektuelle als Berater der amerikanischen Friedensdelegation mit, und die amerikanische Position spiegelte die Vierzehn Punkte wider. Wilson wandte sich entschieden gegen eine harte Behandlung Deutschlands. [54] Während die Briten und Franzosen das deutsche Kolonialreich weitgehend annektieren wollten, sah Wilson darin eine Verletzung der Grundprinzipien der Gerechtigkeit und der Menschenrechte der urigen Bevölkerung und bevorzugte das Selbstbestimmungsrecht durch die Schaffung von Mandaten. Die geförderte Idee forderte die Großmächte auf, als desinteressierte Treuhänder über eine Region zu agieren und den einheimischen Bevölkerungen zu helfen, bis sie sich selbst regieren konnten. [56] Trotz dieser Position und um sicherzustellen, dass Japan sich nicht weigerte, dem Völkerbund beizutreten, bevorzugte Wilson die Überführung der ehemaligen deutschen Kolonie Shandong in Ostchina an Japan, anstatt das Gebiet der chinesischen Kontrolle zurückzugeben. [57] Die Us-Amerikaner verwirrten die us-interne Parteipolitik weiter.

Im November 1918 gewann die Republikanische Partei die Senatswahl mit knappem Vorsprung. Wilson, ein Demokrat, weigerte sich, prominente Republikaner in die amerikanische Delegation aufzunehmen, die seine Bemühungen parteiisch erscheinen ließ, und trug zu der Gefahr einer politischen Niederlage im eigenen Land bei. [54] Während der Ausarbeitung des Vertrages wollten die Briten, dass Deutschland die Wehrpflicht abschafft, aber eine Freiwilligenarmee unterhalten darf. Die Franzosen wollten, dass Deutschland eine Wehrpflichtarmee von bis zu 200.000 Mann aufrechterhält, um den Erhalt einer ähnlichen Truppe zu rechtfertigen. So war die Zulage von 100.000 Freiwilligen im Vertrag ein Kompromiss zwischen den britischen und französischen Positionen. Deutschland hingegen sah die Begriffe so, dass sie gegen jeden potenziellen Feind wehrlos waren. [225] Bernadotte Everly Schmitt schrieb, dass « es keinen Grund zu der Annahme gibt, dass die alliierten Regierungen unaufrichtig waren, als sie zu Beginn von Teil V des Vertrags erklärten … dass Deutschland, um eine allgemeine Reduzierung der Bewaffnung aller Nationen zu erleichtern, zuerst entwaffnen musste. » Ein Mangel an amerikanischer Ratifizierung des Vertrags oder der Beitritt zum Völkerbund ließ Frankreich nicht zur Entwaffnung bereit, was zu einem deutschen Wunsch zur Aufbwaffnung führte. [114] Schmitt argumentierte: « Hätten die vier Alliierten geeint geblieben, hätten sie Deutschland wirklich zur Entwaffnung zwingen können, und der deutsche Wille und die Fähigkeit, anderen Bestimmungen des Vertrags zu widerstehen, hätten entsprechend abgenommen. » [226] Die britische Militärhistorikerin Correlli Barnett behauptete, der Versailler Vertrag sei « extrem nachsichtig im Vergleich zu den Friedensbedingungen, die Deutschland selbst, als sie den Krieg gewinnen wollte, den Alliierten aufzwingen wollte ». Außerdem sei es « kaum ein Schlag ins Handgelenk » gewesen, wenn man dem Vertrag von Brest-Litowsk gegenüberstehe, den Deutschland im März 1918 einer besiegten russischen SFSR auferlegt habe, die ein Drittel der russischen Bevölkerung (wenn auch überwiegend nicht-russischer Ethnie), die Hälfte der russischen Industrieunternehmen und neun Zehntel der russischen Kohleminen, gepaart mit einer Entschädigung von sechs Milliarden Mark, weggenommen habe. [210] Schließlich war die deutsche Wirtschaft auch unter den « grausamen » Bedingungen des Versailler Vertrages wieder in ihren Vorkriegsstatus zurückversetzt worden. Der britische Historiker des modernen Deutschlands, Richard J.

Evans, schrieb, dass sich die deutsche Rechte während des Krieges zu einem Annexionsprogramm verpflichtet habe, das darauf abzielte, dass Deutschland den größten Teil Europas und Afrikas annektierte.